Können Unternehmen aus der Region etwas von Skandinavien lernen? Das Fazit des MAV-Geschäftsführers am Ende der über dreistündigen Gesprächsrunde: „Manches ist denkbar, etliches gehört schon längst zum Alltag in unseren Betrieben. Und einiges läuft hier besser – nicht nur im Bereich Jugendarbeitslosigkeit.“ Werner Sülberg begrüßte die Schaffung einer Plattform, auf der Ideen und Initiativen für den heimischen Arbeitsmarkt diskutiert werden. Das Arbeitsmarktgespräch sei ein weiteres Beispiel für die funktionierende Sozialpartnerschaft, wie sie der Märkische Arbeitgeberverband und die Gewerkschaften in der Region praktizierten. Zu den Bereichen, in denen gut zusammengearbeitet werden, gehören für Sülberg zum Beispiel die Kooperation in Gremien und Lenkungskreisen, die Zusammenarbeit in den Bereichen Übergang Schule/Beruf, Ausbildung oder regionale Maßnahmen zur Bewältigung der Finanz- und Wirtschaftskrise. Andreas Franke und Bo Backström, beide mit Erfahrungen aus internationalen Unternehmen und als Berater für Organisationsentwicklung tätig, schilderten exemplarische Beispiele aus schwedischen Unternehmen. Sie stellten die Strategien skandinavischer Unternehmer vor, mit denen der Erhalt der Beschäftigungsfähigkeit gesichert wird. Die Politologin Dr. Cornelia Heintze verglich die Strukturen der Arbeitsmärkte und plädierte für einen Umbau des deutschen Arbeitsmarktes hin zum Ausbau des Dienstleistungssektors. Auch wenn für ihn der Blick über die Grenzen sinnvoll sei, bezweifelte Werner Sülberg die Aussagekraft der Vergleiche und ihre Übertragbarkeit auf den deutschen Arbeitsmarkt: „Dazu sind die Wertvorstellungen, die Wirtschaftstruktur, der Sozialstaat und die Unternehmenskultur zu unterschiedlich“. Bestärkt werde er in seiner Ansicht durch den Blick auf die aktuelle Arbeitsmarktsituation in Dänemark und Schweden, die im Zuge der Finanz- und Wirtschaftskrise von einer eklatant angestiegenen Arbeitslosenquote geprägt werden. Vor allem die Jugendarbeitslosenquote habe sich dramatisch entwickelt.
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