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12.01.2016

M+E-Konjunktur 2016: Nicht schlecht, aber auch nicht richtig gut

„Der heimischen Metall- und Elektro-Industrie geht es nicht schlecht, aber auch nicht so richtig gut. Das ist das wesentliche Ergebnis unserer traditionellen Konjunkturumfrage“, sagte Horst-Werner Maier-Hunke, Vorsitzender des Märkischen Arbeitgeberverbandes, heute (12.1.2016) im Rahmen eines Pressegespräches. An der Umfrage haben sich 172 Unternehmen mit rund 19.500 Beschäftigten beteiligt. Zwar beurteilen die Unternehmen zum Jahreswechsel ihre Geschäftslage und Geschäftserwartungen per Saldo weiter positiv. Doch bleibt nach wie vor ein gewisses Maß an Skepsis und Unsicherheit. Ein Indiz dafür ist, dass die Unternehmensinvestitionen in unserem Verbandsgebiet noch nicht so recht anspringen wollen.

Laut Maier-Hunke fällt die Beurteilung der aktuellen Geschäftslage durch die teilnehmenden Firmen zu Jahresbeginn 2016 insgesamt etwas negativer aus als im Vorjahr, liegt aber dennoch weiter auf einem hohen Niveau. 87 Prozent der Betriebe bewerten ihre gegenwärtige wirtschaftliche Situation als gut bzw. befriedigend. Das sind 3 Prozent weniger als im Januar 2015. Jedes achte Unternehmen kam zu einer negativen Einschätzung (Vorjahr 10 Prozent).

Die Erwartungen der Betriebe für das Jahr 2016 werden aber offenbar von der guten Geschäftslage nicht beflügelt. Denn der Trend der Geschäftserwartungen zeigt weiter nach unten. Nur noch 68 Prozent der Unternehmen rechnen im laufenden Jahr mit guten oder besseren Geschäften. Anfang 2015 lag dieser Wert noch bei 70 Prozent und Anfang 2014 sogar bei 80 Prozent. Parallel dazu stieg die Zahl der Firmen, die von einer Verschlechterung ausgehen, leicht von 30 Prozent auf 32 Prozent.

Maier-Hunke: „Dies deutet daraufhin, dass für die heimische Metall- und Elektro-Industrie das Jahr 2016 – auch vor dem Hintergrund aktueller Vorgänge im Inland ,wie Flüchtlingskrise und Dieselaffäre, und des schwächeren Wachstums in China – eher ein mäßiges Jahr werden könnte. Das bestätigt auch der Blick auf die Entwicklung der Auftragslage.“

Laut MAV-Umfrage wird sich die Dynamik bei den Auftragseingängen aus dem vierten Quartal 2015 vor allem im Inland in den nächsten Monaten nicht fortsetzen. Nur noch 66 Prozent der Unternehmen erwartet 2016 aus dem Inland bessere oder gleich gute Aufträge (2015: 70 Prozent). Bei den Auslandsaufträgen ist die Zahl der Optimisten mit 66 Prozent (Vorjahr 63 Prozent) dagegen leicht gestiegen. Über ein Drittel bewerten hier die Aussichten als schlecht.

Maier-Hunke: „Die Ertragslage unserer Mitgliedsunternehmen ist insgesamt gut. 81 Prozent der teilnehmenden Betriebe bezeichnen ihre gegenwärtigen Erträge als gut oder befriedigend.“ Im Januar 2015 lag der Wert nur geringfügig höher bei 82 Prozent. Auch die Erwartungen für das Jahr 2016 können sich sehen lassen. So hat sich die Zahl der Firmen, die im laufenden Jahr einen Einbruch bei den Gewinnen befürchten, sogar leicht auf 19 Prozent verringert.

Die Beschäftigungspläne der heimischen M+E-Industrie haben sich leicht nach unten revidiert. So hat sich die Zahl der Unternehmen, die ihre Belegschaft aufstocken wollen, von 14 Prozent auf 12 Prozent verringert. Demgegenüber ist der Anteil der Betriebe, die Stellen abbauen wollen, von 8 Prozent auf 10 Prozent gestiegen. „Unter dem Strich bedeutet das voraussichtlich ein Ende des Beschäftigungsaufbaus in unserer Region“, stellte Horst-Werner Maier-Hunke fest.

Die Ausbildungsbereitschaft der Unternehmen ist nach wie vor hoch. 87 Prozent  werden im Jahr 2016 ihre Ausbildungsquote beibehalten, 7 Prozent planen sogar eine Ausweitung. „Dies zeugt von der Einsicht, dass sich angesichts der demographischen Entwicklung Investitionen in die eigene betriebliche Ausbildung lohnen. Als Verband begrüßen wir dies sehr und werden unsere Mitglieder weiterhin bei der Nachwuchswerbung tatkräftig unterstützen“, betonte der Vorsitzende. Im Verbandsgebiet gibt es ausreichend viele Ingenieure, was auch der Kooperation mit der Fachhochschule Südwestfalen zu verdanken ist. Manche gewerbliche Ausbildungsplätze sind hingegen nicht immer besetzt: „Wir hatten aber noch nie so gute Quoten wie in diesem Jahr. Der InfoTruck und die Jobbörsen haben sich positiv ausgewirkt. Ich vermisse bei den jungen Leuten die Flexibilität zum Umzug, was bei einem Verdienst von 1000 Euro im Monat kein Problem sein sollte - und die Eltern kümmern sich zu wenig“, kritisierte Horst-Werner Maier-Hunke und betonte die Wichtigkeit der Dualen Ausbildung für die Region.

Die aktuelle Umfrage zeigt bei den Investitionen leider einen leichten Abwärtstrend  an. Nur noch 54 Prozent der Unternehmen planen eine Erhöhung ihres Investitionsvolumens oder wollen in hohem Umfang investieren (2015: 62 Prozent).  Parallel dazu stieg der Anteil der Firmen mit gleich niedrigen/sinkenden Investitionen auf 46 Prozent. Damit beträgt der Saldo zwischen beiden Gruppen nur plus 8 Prozentpunkte. Vor einem Jahr waren es noch plus 24 Prozentpunkte.