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16.02.2016

Mit Leib und Leben für unsere Sicherheit

Was die Hagener Feuerwehr für die Bevölkerung leistet, weiß kaum ein Bürger so ganz genau. Größten Respekt vor der Arbeit der Feuerwehrleute bekamen die 20 Mitglieder des MAV-Arbeitskreises SchuleWirtschaft Hagen bei einem Besuch der Feuer- und Rettungswache Ost in Hagen-Hohenlimburg. Ausbilder Volker Hammerschmidt gab den Gästen zunächst einen Überblick über die Aufgaben und Ausbildung der Feuerwehr. Sie leistet bei Bränden, Unfällen, Überschwemmungen und ähnlichen Ereignissen Hilfe; Menschen, Tiere und Sachwerte zu retten, zu schützen und zu bergen gehört dazu. Hauptaufgabe ist jedoch das Retten, das Priorität vor allen anderen Aufgaben hat. Oft riskieren die Blauröcke dabei ihr eigenes Leben und erleiden nicht selten selber schwere Verletzungen. Hammerschmidt berichtete von riskanten Einsetzen um Leben und Tod, aber auch von lustigen Geschichten: „Es gibt eigentlich alles bei uns, wir holen auch Katzen von Bäumen.“

Die Arbeitskreise SchuleWirtschaft vermitteln mit ihren Veranstaltungen Einblicke in die Arbeits- und Wirtschaftswelt. Im Mittelpunkt der Aktivitäten stehen Betriebserkundungen, die Lehrern und Bildungsvertretern Einblicke in Ausbildungsberufe geben, so auch bei der Feuerwache in Hohenlimburg.

Eine Vielzahl von Schulungsräumen steht zur Aus- und Weiterbildung in der Wache zu Verfügung. Gegründet wurde die Feuerwehr in Hagen bereits 1913. Mit dem 2004 erbauten Gebäude ist der Norden Hagens bestens versorgt. 44 Mitarbeiter sind ständig vor Ort. Die Feuer- und Rettungswache  Ost umfasst neben den wichtigen gesetzlichen Aufgaben der Daseinsvorsorge (Brandbekämpfung, technische Hilfeleistungen sowie Notfallrettung und Krankentransport) auch die Bereitstellung von Nachschub- und Spezialgeräten, die Instandsetzung, sowie Pflege und Wartung von Kraftfahrzeugen und Geräten der Feuerwehr. Der Verband der Feuerwehr der Stadt Hagen e.V. ist der vereinsmäßige Zusammenschluss der Hagener Feuerwehrangehörigen und hat  aktuell rund 1000 Mitglieder. Im Anschluss an den Vortrag von Volker Hammerschmidt führte Brandmeister Ingo Stich die Gäste durch die Feuerwache.

Einmal im Jahr durchlaufen die Feuerwehrleute ein knallhartes Trainingsprogramm, um ihre Einsatztauglichkeit nachzuweisen. Dabei müssen sie nicht nur ihr eigenes Körpergewicht tragen, sondern auch eine rund 13 kg schwere Schutzausrüstung plus eine 22 kg schwere Atemschutzausrüstung und eventuell 5 kg schwere Sondergeräte. Das Gewicht der Ausrüstung beträgt bei einer Person mit 75 kg Körpergewicht ca. 50 Prozent des Eigengewichtes. Mit dieser gigantischen Last geht es auf Laufbänder und Leitern und dann durch ein Käfig-Labyrinth. In diesem Hindernis-Parcour ist es für die Männer und Frauen eine wahnsinnige Belastung mit einem Partner den Ausgang zu finden. Doch im Einsatz sind enorme Hitze, geringe Sichtweite durch Rauch, unbekannte Örtlichkeiten, Mitziehen des Schlauches, Stress und Zeitdruck sowie Einbruchgefahr keine Seltenheit. In der so genannten „Hölle“ werden diese Bedingungen simuliert und die Feuerwehrleute geprüft. Sie halten sich deshalb durch regelmäßigen Sport fit. Eine noch höhere körperliche Belastung erfahren die Taucher. Nicht nur die körperliche Belastung, auch die seelische ist bei den Einsätzen hoch, denn die Feuerwehrleute erleben viele traumatische Eindrücke. So ist immer ein Notfallseelsorger bei den Einsätzen dabei.

Wer bei der Feuerwehr eine Ausbildung machen möchte, muss all diese körperlichen Voraussetzungen erfüllen. Für junge Leute ist die freiwillige Feuerwehr eine gute Möglichkeit, einen ersten Eindruck zu gewinnen. Je nach Laufbahn dauert die Ausbildung 18 bis 24 Monate. Mindestvoraussetzung für den Einstieg in den mittleren feuerwehrtechnischen Dienst ist der Hauptschulabschluss, verbunden mit einer beruflichen Ausbildung in einem feuerwehrrelevanten Bereich. Bewerber für den gehobenen Dienst sollten ein geeignetes technisches oder naturwissenschaftliches Studium abgeschlossen haben. Vor der Einstellung prüft ein Eignungstest die körperliche, intellektuelle und technische Leistungsfähigkeit. Später gibt es verschiedene Spezialisierungsmöglichkeiten wie zum Taucher, Höhenretter oder Löschboot-Maschinisten.