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08.11.2016

Hagener Flüchtlingsprojekt ist gestartet

Nach dem Pilotprojekt im Märkischen Kreis hat der Märkische Arbeitgeberverband auch für den Bereich der Stadt Hagen ein Integrationsprojekt für junge Flüchtlinge aufgelegt. Am 7. November 2016 startete im verbandseigenen Ausbildungszentrum Letmathe die Maßnahme „Zukunft Metall: Berufliche Qualifizierung für geflüchtete junge Menschen in Hagen“. Teilnehmen können bis zu 20 junge Flüchtlinge, die mindestens 18 Jahre alt sind und eine Affinität zur Metall- und Elektro-Industrie haben. Projektpartner sind die Ausbildungsgesellschaft Mittel-Lenne, die Euro-Schulen Märkischer Kreis und das Jobcenter Hagen.

Das Konzept des Hagener Flüchtlingsprojekts besteht aus den drei Modulen „Berufsbezogene Sprachbildung“, „Berufliche Qualifizierung Metalltechnik für Industrieberufe“ und „Betriebliches Praktikum“. Der Sprachkurs läuft bis Anfang Januar. Er soll für die beiden folgenden Module eine solide sprachliche Basis schaffen und findet in der Lehrwerkstatt Letmathe statt. Zusätzlich wird den jungen Leuten allerdings für die gesamte Dauer der Maßnahme ein freiwilliges, ergänzendes Sprachangebot unterbreitet.

Mitte Januar beginnt für die Teilnehmer dann ein achtwöchiger Grundkurs in Metallbearbeitung. Die berufliche Qualifizierung mündet in ein bis zu dreimonatiges Betriebspraktikum. Es schließt mit einem Zertifikat ab, das die Chancen der Teilnehmer auf dem Arbeitsmarkt verbessert. Der MAV übernimmt die Einwerbung der Praktikumsplätze. Viele heimische Unternehmen haben bereits Interesse bekundet, den Flüchtlingen einen Praktikumsplatz anzubieten. Die Anschlussmöglichkeiten sind vielfältig: Vermittlung in Einstiegsqualifizierung, in ein Beschäftigungsverhältnis oder bei Eignung auch in eine Ausbildung.

Bei einem gemeinsamen Rundgang mit den Teilnehmern und Projektpartnern durch die überbetriebliche Lehrwerkstatt in Letmathe betonte der Vorsitzende des Märkischen Arbeitgeberverbandes Horst-Werner Maier-Hunke: „Die Integration von Flüchtlingen in unsere Gesellschaft ist schwierig und geht nur über eine intensive berufliche Qualifikation verbunden mit der Vermittlung von soliden Sprachkenntnissen.“

Eine Einschätzung, die auch die Geschäftsführerin des Jobcenters Hagen, Andrea Gebhardt, bestätigte. Gleichzeitig lobte sie das Projekt als Beispiel für gelungene Netzwerkarbeit: „Nur wenn Arbeitsverwaltung, Bildungsträger und Wirtschaft gemeinsam an einem Strang ziehen, werden wir bei der Eingliederung geflüchteter junger Menschen in den Arbeitsmarkt Erfolg haben. Welche Dimension diese Aufgabe hat, zeigt die Tatsache, dass allein das Jobcenter Hagen aktuell 1.600 erwerbsfähige Flüchtlinge betreut. 35 Prozent davon sind unter 25 Jahre alt. Viele sind hoch motiviert zu lernen und zu arbeiten.“

Und Özgür Gökce, Geschäftsführer der Euroschulen im Märkischen Kreis ergänzte: „Wir brauchen zum einen die berufliche Qualifizierung, aber auch die Sprache, wenn die jungen Flüchtlinge in den Firmen tätig sind. Da geht es auch um Sicherheit im Praktikum und anschließend am Ausbildungs- bzw. Arbeitsplatz.“ „Deutsch für Metallberufe“ schafft das nötige Sprachverständnis. Die Flüchtlinge lernen die Begriffe direkt in der Lehrwerkstatt und können die Bohrmaschine anfassen. „Da ich selber Migrationshintergrund habe, ist das Projekt für mich eine Herzensangelegenheit“, so Gökce.

Ebenso ist Andreas Weber, Geschäftsführer der Lehrwerkstatt Mittel-Lenne vom Erfolg des Projektes überzeugt: „Die jungen Flüchtlinge werden vom ersten Tag an ein Teil unseres Hauses sein. Sie werden zu den gleichen Bedingungen wie alle anderen Azubis hier lernen.“