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16.12.2016

Deutschlands bester Verfahrensmechaniker arbeitet im Sundwiger Messingwerk

„Karriere beginnt um 17 Uhr“, sagt Artur Bukmaier lächelnd. Der 25-jährige Hemeraner hat bundesweit die beste Abschlussprüfung im Ausbildungsberuf zum Verfahrensmechaniker in der Hütten- und Halbzeugindustrie, Fachrichtung Nichteisenmetall-Umformung abgelegt. Seine Ausbildung hat er bei der Sundwiger Messingwerk GmbH & Co.KG in Hemer gemacht. In Berlin wurde der junge Familienvater kürzlich für die beste Abschlussprüfung durch die Industrie- und Handelskammer und Manuela Schwesig, Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, ausgezeichnet. 120 Verfahrensmechaniker wurden bundesweit geprüft.

Geschäftsführer Sebastian Ochs ist sehr stolz auf den jungen Mann: „Das ist das erste Mal, dass wir einen bundesbesten Absolventen haben.“ Davor gab es schon zwei landesbeste Verfahrensmechaniker, die beide auch noch heute beim Sundwiger Messingwerk tätig sind. Dabei ist die Ausbildung zum Verfahrensmechaniker eine der schwersten, weiß auch Ausbildungsleiter Jörg Heitmann: „Die Ausbildung dauert dreieinhalb Jahre. Neben der schriftlichen müssen die Prüflinge zwei praktische Teile absolvieren, einen außerbetrieblich in der Lehrwerkstatt und einen an einer Anlage im Unternehmen. Das ist schon sehr anspruchsvoll.“ Bewerber seien in diesem Ausbildungsberuf eher rar - zum einen weil der Verfahrensmechaniker nicht so bekannt sei und zum anderen hätten viele junge Menschen falsche Vorstellungen von einem Produktionsbetrieb. Im Gegensatz zu früher seien Fertigungen heute  automatisiert, die Arbeitsplätze sauber, sicher und gut bezahlt. „Schon in der Ausbildung verdient man in der Metall- und Elektro-Industrie bis zu 1000 Euro“, sagt Jörg Heitmann. Thomas Schulte,  Meister und Ausbilder „Bandwalzwerk“ beim Sundwiger Messingwerk, bestätigt die guten Arbeitsbedingungen: „Nach der Ausbildung gibt es auch sehr gute Weiterbildungsmöglichkeiten wie zum Techniker oder Meister. Das unterstützen wir natürlich.“ Viele der 321 Mitarbeiter haben selber im Unternehmen gelernt. Insgesamt arbeiten etwa 16.750 Beschäftigte bei der Diehl-Gruppe, zu denen das Sundwiger Messingwerk gehört. Besonders gefragt sind  Verfahrensmechaniker für den über 300 Jahre alten Hemeraner Standort, denn der Produktionsprozess ist sehr komplex und erstreckt sich vom Erschmelzen der Kupferlegierungen bis hin zum gezogenen Draht oder gewalztem Band  als Vormaterial für elektronische und elektrotechnische Anwendungen.

Artur Bukmaier besuchte vor seiner Ausbildung die Hauptschule Parkstraße und erlangte dort die Fachoberschulreife. Während seiner Lehre erwarb er die Zusatzqualifikationen DGQ-Qualitätsfachkraft und die Fachhochschulreife. „Die Ausbildung an sich ist nicht einfach, aber wenn man sich reinhängt, kann man es schaffen“, sagt Artur Bukmaier. Zu den Sundwiger Messingwerken wollte er von Anfang an: „Erst war der Wunsch da, hier zu arbeiten und dann habe ich mich in einem Schnupperpraktikum für den Ausbildungsberuf des Verfahrensmechanikers entschieden.“  Artur Bukmaier wird nach seiner Lehre als Anlagenbediener an einem hochmodernen 20-Rollen-Walzgerüst beim Sundwiger Messingwerk tätig sein. „Es ist eine der Kernanlagen des Sundwiger Messingwerks“, erklärt Jörg Heitmann.