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09.10.2012

MAV-Konjunkturumfrage - Firmen denken über Kurzarbeit nach

 

Iserlohn, 9. Oktober 2012. Im September 2012 hat der Märkische Arbeitgeberverband seine Mitgliedsunternehmen zu den konjunkturellen Erwartungen und zur Beschäftigungsentwicklung für das IV. Quartal 2012 und für das I. Quartal 2013 befragt. Anlass waren Erfahrungsberichte aus einzelnen Unternehmen, die auf große Unsicherheit und eine getrübte Stimmung in der heimischen Industrie hindeuteten. Danach war beispielsweise das Hoch bei den Auftragseingängen, das der MAV noch für das Frühjahr 2012 feststellen konnte, bereits im Sommer wieder vorbei. Durch die aktuelle Umfrage wurde dieser Trend für die kommenden sechs Monate mit belastbaren Zahlen bestätigt. An der Erhebung haben 152 Mitgliedsunternehmen mit rd. 21.000 Beschäftigten teilgenommen. Die Ergebnisse sind damit für die Metall- und Elektro-Industrie in unserem Verbandsgebiet repräsentativ.

 

Keine Krise, aber schwierige Situation

Die Stimmung in den heimischen Unternehmen ist umgeschlagen und wird offensichtlich von Monat zu Monat schlechter. Nur noch 35 Prozent der Betriebe rechnen im nächsten halben Jahr mit besseren bzw. gleich guten Geschäften, fast zwei Drittel bewerten dagegen ihre Geschäftsaussichten als gleich schlecht bzw. schlechter. Zwar zeigen die Erfahrungen der Vergangenheit, dass die Mitgliedsunternehmen des MAV die eigene wirtschaftliche Entwicklung häufig pessimistischer einschätzen als ihre aktuelle Lage. Trotzdem muss man den durch die aktuelle Umfrage erkennbaren Abwärtstrend als signifikant bezeichnen.

Rückläufige Auftragslage

Diese Unsicherheit spiegelt sich auch in der Entwicklung der Auftragslage wider. Nach einem Anstieg im zweiten Quartal 2012 geben die Auftragseingänge seit Juli dieses Jahres wieder bei vielen Firmen wieder nach. Das betrifft sowohl die Auslands- wie die Inlandsnachfrage. In beiden Bereichen verzeichnen mehr als zwei Drittel der Betriebe (insgesamt 67 Prozent) einen Rückgang. Im Vergleich zum ersten Halbjahr 2012 rutscht damit der Saldo bei den Erwartungen zwischen besser/gleich gut und schlechter/gleich schlecht deutlich ins Negative.

Das bedeutet: Die konjunkturelle Abkühlung im Verbandsgebiet ist nicht allein auf die Eintrübung des außenwirtschaftlichen Umfeldes zurückzuführen, sondern in gleichem Maße auf fehlende Impulse aus dem Inland.

 Beschäftigungsentwicklung stagniert

Mit der Verschlechterung der Auftragslage korrespondieren die Angaben zur Beschäftigungsentwicklung. Auch hier dürfte die Zeit der Zuwächse der Vergangenheit angehören. Zwar wollen 85 Prozent der teilnehmenden Betriebe ihre Stammbelegschaften halten, aber nur noch sechs Prozent planen für die nächsten sechs Monate Neueinstellungen. Demgegenüber hat sich die Zahl der Unternehmen, die Personal abbauen will, auf neun Prozent erhöht. Noch aussagekräftiger ist in diesem Zusammenhang die absolute Zahl der Arbeitsplätze. Während nur insgesamt  21 Stellen neu geschaffen werden sollen, stehen bei den entlassenden Firmen 132 Arbeitsplätze auf dem Spiel. Das heißt: Auf jeden zusätzlichen Arbeitsplatz kämen – bei einer Realisierung der Pläne! – sechs Stellen, die wegfallen könnten.

 Maßnahmen zur Beschäftigungssicherung in Vorbereitung

Die rückläufige Auftragsentwicklung und die sinkende Kapazitätsauslastung lassen viele Unternehmen im Verbandsgebiet bereits für das IV. Quartal 2012 über Maßnahmen zur Beschäftigungssicherung nachdenken.  Dazu gehören zunächst die Nutzung von Arbeitszeitkonten (42 Prozent) und der Abbau von Zeitarbeit (40 Prozent). 22 Prozent der teilnehmenden Betriebe planen jedoch bereits für das IV. Quartal 2012 Kurzarbeit, weitere 14 Prozent wollen im I. Quartal 2013 Kurzarbeit einführen.

Sicher ist die Region mit diesen Zahlen von dem Höchststand der Kurzarbeit im Jahr 2009 noch weit entfernt, als allein im Märkischen Kreis 920 Unternehmen mit 25.000 Beschäftigten betroffen waren und die Region mit den erleichterten Regelungen zum Kurzarbeitergeld die damalige Krise gut gemeistert hat. Die Beschäftigung sichernde Wirkung dieser Maßnahmen ist bis heute unbestritten. Darum ist es notwendig, dass die Bundesregierung jetzt zügig wieder eine Kurzarbeiterregelung wie in den Jahren 2009/2010 einführt. Die Unternehmen sollten erneut von Sozialbeiträgen auf das Kurzarbeitergeld befreit werden, die Bezugsdauer des Kurzarbeitergeldes sollte wieder auf mindestens 18 Monate verlängert und der administrative Aufwand verringert werden. Jetzt ist der richtige Zeitpunkt für so einen Schritt. Denn das könnte bei den Unternehmen dringend benötigtes Vertrauen schaffen.