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18.11.2014

MAV fordert „Runden Tisch“ zu höheren Netzentgelten

Die Enervie betreibt als örtlicher Energieversorger vier Kraftwerke und ein Netz in Südwestfalen. Die Wirtschaftlichkeit der Kraftwerke hat sich nach eigenen Angaben von 2008 bis 2013 kumuliert um ca. 120 Millionen EURO  verschlechtert, die Betriebsstunden betrugen zuletzt (2013) nur noch rund 500 Stunden. Um weitere Verluste zu begrenzen hat Enervie daher im September 2013 ihren Kraftwerkspark komplett zur Stilllegung bei der Bundesnetzagentur (BNetzA) angemeldet.

Die Enervie versorgt ein Marktgebiet, dass über eine Kuppelstelle mit ca. 675 Megavoltampere (MVA) Leistung an das Übertragungsnetz (Amprion) angeschlossen ist, der Spitzenbedarf im Netz liegt jedoch bei ca. 1.000 MVA.

Am 1.10.2014 folgte eine Einigung mit der BNetzA:

  • Drei Kraftwerke werden zur Sicherstellung der Netzstabilität benötigt und müssen daher betrieben werden.
  • Entlohnung dieses zwangsweisen Einsatzes erfolgt über einen „Netzersatzanlagenvertrag“ (NEAV) und nicht wie bei System-relevanz vorgesehen über die Reservekraftwerksverordnung – ResKV.
  • Um dies zu ermöglichen hat Enervie den Antrag auf Stilllegung zurückgezogen. Die Netzagentur hatte vorab erkennen lassen, dass Sie eine Umlegung der Kosten auf den Übertragungsnetzbetreiber Amprion für nicht zulässig hält.
  • Folge ist die Umlegung der Kosten auf die Nutzer des Enervie-Verteilnetzes mit für 2015 angekündigten drastischen Erhöhungen der Netzentgelte um teilweise bis zu 140 Prozent! (u.a. liegen Beispielsfälle vor, in denen energieintensive Unternehmen mit mehreren Millionen EURO Zusatzkosten belastet werden können!
  • Nach jetzigem Stand wird eine Lösung der Problematik erst mit dem Ausbau der Kuppelstelle zwischen dem Netz von Enervie und Amprion erfolgen, wodurch dann eine komplette Stromversorgung aus dem Amprionnetz ermöglicht werden wird. Damit ist aber nicht vor dem Jahr 2022 zu rechnen!

Dazu erklärte der Vorsitzende des MAV und Präsident von unternehmer nrw, Horst-Werner Maier-Hunke: „Für die Wirtschaft in der Region, die sich durch Effizienzmaßnahmen in der eigenen Produktion sowie teilweise Beteiligung an einer lokalen Energieeinkaufsgemeinschaft seit Jahren verstärkt um Energieeffizienz und Energiekostenbegrenzung bemüht, stellt diese Entwicklung eine dramatische Belastung der Wettbewerbsfähigkeit dar.“

Die Unternehmen könnten noch nicht vollständig überschauen, wer welchen Anteil an dieser absurden Situation habe, in der wenige Kilometer Unterschied über die Wettbewerbsfähigkeit eines Produktionsstandorts entscheidend sein können. Es sei ein unhaltbarer Zustand, dass solche Verhältnisse in einem modernen Industrieland eintreten können. Die endgültige Lösung dieser Problematik werde wahrscheinlich erst zwischen 2020 und 2022 erreicht sein, wenn mit dem Ausbau der entsprechenden Kuppelstelle zwischen dem Netz von Enervie und Amprion die Insellage der Region aufgelöst wird.

„Bis dahin können die Unternehmen aber nicht warten! Es muss gemeinsam eine Lösung gefunden werden, die den Unternehmen weiterhin eine Teilnahme am Wettbewerb ermöglicht! Angesichts der hochkomplexen Lage müssen sich aus meiner Sicht alle Beteiligten aufs Äußerste bemühen, die jetzige untragbare Situation zu verbessern! Dazu sollten sich die Verantwortlichen noch einmal an einen Tisch setzen und versuchen, eine gemeinsame Lösung zu finden. Sonst drohen ernsthafte Probleme für den Standort Südwestfalen!“, so Maier-Hunke weiter.