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10.11.2016

Situation auf dem Ausbildungsmarkt in NRW - Bilanz zum 30.09.2016

Erfreulich ist, dass erneut ein Plus bei den gemeldeten betrieblichen Ausbildungsplätzen zu verzeichnen ist. Zwar resultiert ein Teil des Zuwachses aus einer veränderten, erweiterten Erfassung der Ausbildungsangebote, allerdings bliebe auch, wenn dies berücksichtigt wird, ein Plus bei den betrieblichen Plätzen bestehen. Außerdem spiegeln die zusätzlich erfassten Ausbildungsangebote auch betriebliches Ausbildungsengagement wider und können und sollten somit auch in die Bewertung einfließen.

Der Rekord des Vorjahres wurde damit nochmal übertroffen. Die Zahl der gemeldeten betrieblichen Ausbildungsplätze (30.09.2016: 105.141) liegt auf dem höchsten Niveau der letzten 14 Jahre und somit auch über dem der wirtschaftlichen Boom-Jahre von 2007 und 2008 (2007: 91.100; 2008: 90.100). Von einem niedrigen bzw. nachlassenden Ausbildungsengagement der Wirtschaft kann also keinesfalls gesprochen werden. Berücksichtigt man dabei, dass viele Unternehmen ihre Ausbildungsentscheidung bereits im Jahr 2015 getroffen haben, für das in NRW ein Null-Wachstum zu verzeichnen war, ist dieses Ergebnis umso bemerkenswerter.

Die Zahl der Ausbildungsbewerber ist hingegen rückläufig. Damit haben sich insgesamt die Chancen der jungen Menschen auf Ausbildung weiter verbessert. Auch ein 10-Jahres-Vergleich macht dies deutlich: Die Zahl der betrieblichen Ausbildungsplätze hat sich 2016 gegenüber 2007 um gut 15 % erhöht. Die Zahl der Bewerber ist hingegen im gleichen Zeitraum um rund 12 % zurück gegangen.

Allerdings bleibt das Matching und die Besetzung von Ausbildungsplätzen weiterhin eine große Herausforderung. Äußerst besorgniserregend ist, dass die Zahl der unbesetzten Ausbildungsplätze auch 2016 deutlich zugenommen hat. Sie liegt aktuell auf dem höchsten Stand der letzten 19 Jahre. Gleichzeit ist 2016 die Zahl der unvermittelten Bewerber leicht angestiegen. Zum 30.9. stehen den 6.964 unbesetzten Ausbildungsplätzen etwas weniger unvermittelte Ausbildungsbewerber (6.786) gegenüber.

Die Schwierigkeiten beim Matching zwischen Bewerbern und Ausbildungsplätzen zeigt sich sowohl in regionaler wie auch in beruflicher Hinsicht. So gibt es Regionen mit mehr gemeldeten Ausbildungsplätzen als gemeldeten Bewerbern (z.B. Soest, Düsseldorf, Bonn, Köln, Münster, Olpe) und solche mit umgekehrten Vorzeichen (z.B. Solingen, Recklinghausen, Herne, Oberhausen, Euskirchen, Hagen, Hamm).

Berufsbereiche, die mehr Plätze als Bewerber aufweisen, sind z.B. Kunststoffverarbeitung, Feinwerk- und Werkzeugtechnik, Hochbau, Lebensmittelherstellung, Speisenzubereitung, Klempnerei/Sanitär/Heizung, Verkauf von Lebensmitteln, Hotellerie + Gastronomie. Ein Nachfrageüberhang ist z.B. in den Berufsbereichen Technische Mediengestaltung, Immobilienwirtschaft/Facility-Management, Tourismus + Sport, Veranstaltungsservice + -management, Veranstaltungstechnik) zu verzeichnen.

Zentrale Daten für NRW:

  Absolute Zahl Veränderung gegenüber 2015
Gemeldete Ausbildungsplätze insgesamt 110.826 +2,8%
Gemeldete betriebliche Ausbildungsplätze 105.141 +4,2%
Gemeldete Ausbildungsplatzbewerber 136.417 -1,0%
Unversorgte Ausbildungsplatzbewerber 6.786 +1,3%
Unbesetzte Ausbildungsplätze 6.964 +15,5%