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14.01.2011

MAV-Konjunkturumfrage: Die Krise ist erst mal abgehakt

Iserlohn, 14. Januar 2011. „Im Winter 2010/2011 steht das konjunkturelle Thermometer in
der heimischen Metall- und Elektro-Industrie beinahe auf Hochsommer. Gute
Auslandsgeschäfte und die anziehende Binnenkonjunktur haben bei vielen Unternehmen zu
einer insgesamt deutlichen Geschäftsbelebung geführt und für Schwung am Arbeits- und
Ausbildungsmarkt gesorgt. Die Erträge der Unternehmen haben sich deutlich verbessert und
die Betriebe gehen mit viel Optimismus ins neue Jahr.“ So kommentierte der Vorsitzende
des Märkischen Arbeitgeberverbandes, Horst-Werner Maier-Hunke, die Ergebnisse der
Konjunkturumfrage, die der Märkische Arbeitgeberverband traditionell zum Jahreswechsel
bei seinen Mitgliedsunternehmen durchgeführt hat. An der Umfrage haben sich insgesamt
135 Unternehmen mit 12.500 Beschäftigten beteiligt. Die Umfrageergebnisse im Einzelnen:
Geschäftserwartungen 2011
Der Optimismus in der heimischen Industrie wächst ungebrochen weiter. Für das Jahr 2011
sind die Geschäftserwartungen so hoch wie lange nicht mehr. So rechnet gut ein Drittel der
teilnehmenden Firmen mit besseren und über die Hälfte mit gleich guten Geschäften.
Parallel dazu ging der Anteil der Negativ-Meldungen gegenüber dem Vorjahr zurück.
Maier-Hunke: „So gut und erfreulich diese Feststellung ist: Das beglückende Gefühl über den
nachlassenden Schmerz aus Finanz- und Wirtschaftskrise sollte nicht darüber
hinwegtäuschen, dass wir uns gegenwärtig noch in einem Aufholprozess befinden, der erst
in ein, zwei Jahren abgeschlossen ist.“
Laut Maier-Hunke bestehen nach wie vor erhebliche außenwirtschaftliche Risiken: Niemand
weiß, ob der Exportboom anhält. So ist die Konjunktur in den USA und anderen Ländern
weiter labil; die Energie- und Rohstoffpreise steigen; staatliche Konjunkturprogramme laufen
weltweit aus und dem Finanzsystem drohen durch die angespannte Situation in einigen
Staaten des Euro-Raums (Griechenland, Irland, Portugal, Spanien) weitere Instabilitäten.
Entwicklung der Auftragslage
Mit der Einschätzung der Geschäftsentwicklung korrespondieren die Angaben zur
Entwicklung der Auftragslage. Fast 90 Prozent der Unternehmen bewerten sie als gut oder
gleichbleibend gut. Dabei ist kein wesentlicher Unterschied zwischen dem Auftragseingang
aus dem Ausland und dem Inland festzustellen. Die Einschätzung für das erste Halbjahr
2011 ist damit im Vergleich zur Vorjahrsumfrage noch einmal signifikant besser. Konkret
bedeutet das: Selbst wenn der Export – wie von vielen Experten erwartet – im laufenden
Jahr an Schwung verliert, könnte von vielen Betrieben schon Ende 2011 das
Vorkrisenniveau erreicht werden. Zum Jahreswechsel 2009/2010 sah das noch ganz anders
aus: Mehr als die Hälfte der Betriebe beurteilte damals den Auftragseingang als schlecht
oder gleich schlecht.
Ertragslage
Die Ertragslage unserer Mitgliedsunternehmen hat sich nach der Rezession insgesamt wieder
spürbar verbessert, sie ist aber sehr differenziert. 30 % der Firmen bezeichnen ihre
gegenwärtigen Erträge als gut und 56 % als befriedigend. Das deckt sich mit den Erwartungen
für das Jahr 2011. Auf der anderen Seite machen 14 % Verluste. Nach einer Analyse von
Gesamtmetall rechnen die Betriebe – nachdem die Umsatzrendite im Jahr 2009 nahezu auf Null
eingebrochen war – für 2010 wieder durchschnittlich mit einer Rendite von 3 %. Damit lägen die
Gewinne aber immer noch rund ein Drittel unter dem Vorkrisenniveau. Das bedeutet: Nach dem
Aderlass im Zuge der Krise bewegt sich die heimische Metall- und Elektro-Industrie finanziell
immer noch in der Reha-Phase und muss erst wieder zu Kräften kommen.
Belegschaftsentwicklung und Ausbildung
Die Angaben der Unternehmen zur Beschäftigung signalisieren klar eine Fortsetzung des
Beschäftigungsaufbaus, der in unserem Verbandsgebiet schon im vergangenen Jahr 2010
eingesetzt hat. 27 % der Firmen wollen im der ersten Jahreshälfte 2011 zusätzliche
Arbeitsplätze schaffen, nur noch 2 % planen einen Personabbau. Die Kurzarbeit, die im
vergangenen Jahr noch 58 % der Betriebe nutzen wollten, dürfte in diesem Jahr langsam
auslaufen. Nur noch 8 % der Unternehmen planen damit.
Maier-Hunke: „Unsere Umfrage zeigt, dass auch bei der Ausbildung offenbar die
Auswirkungen der Rezession überwunden sind. 78 % der Unternehmen wollen in diesem
Jahr die Zahl ihrer Ausbildungsplätze beibehalten und 19 % statt 7 % im Jahr 2010 sogar
erhöhen. Demgegenüber hat sich die Zahl der Unternehmen, die Ausbildungsplätze
streichen, im Vergleich zu Vorjahr auf 3 % mehr als halbiert. Dies zeugt von einer nach wie
vor hohen Ausbildungsbereitschaft und der Einsicht, dass sich angesichts der
demographischen Entwicklung Investitionen in Ausbildung auch in wirtschaftlichen
Krisenzeiten lohnen.“
Geplante Investitionen
Angesichts der optimistischen Erwartungen sind die Investitionspläne der Unternehmen
expansiv. Mehr als 40 % wollen ihr Investitionsbudget ausweiten, 29 % gleich hohe
Investitionen realisieren und nur 5 % planen eine Kürzung. Damit ist der Saldo der
Investitionspläne gegenüber der letzten Umfrage von minus 26 % auf plus 40 % gestiegen.
Nach Erfahrungsberichten aus den Firmen, die nicht von der Umfrage erfasst wurden,
stehen bei den Investitionsarten weiterhin die Ersatzbeschaffungen im Vordergrund, was bei
der noch vorhandenen, leichten Unterauslastung der Kapazitäten wenig verwundert. In
geringerem Umfang entfallen Investitionsausgaben auch bereits wieder auf
Erweiterungsmaßnahmen, sowie auf Rationalisierungen und Innovationen.
Vorgezogene Tariferhöhung/Sonderzahlungen
Die Umfrage hat auch ergeben, dass sich die Mitarbeiter in jedem zweiten tarifgebundenen
Unternehmen eine vorgezogene Entgelterhöhung freuen können. Der M+E-Tarifabschluss
vom Februar 2010 bietet ausdrücklich die Möglichkeit, die Tariferhöhung um bis zu zwei
Monate vorzuziehen. Das tun offensichtlich in unserem Verbandsgebiet die Unternehmen,
denen es schon wieder besser geht. 39 % der teilnehmenden Betriebe lassen ihre
Beschäftigten über eine Sonderzahlung von der verbesserten wirtschaftlichen Situation
profitieren.