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Digitalisierung in Schulen war Thema beim Jahresabschluss

Rund 60 Lehrer und Ausbilder konnte der MAV zur Jahresabschlussveranstaltung SchuleWirtschaft in der Erich-Nörrenberg-Straße begrüßen. Referentin war dieses Mal Professorin Dr. Birgit Eickelmann von der Universität Paderborn. Die Expertin für Schulpädagogik sprach zum aktuellen Thema „Schule und Digitalisierung - Herausforderungen, Befunde und Perspektiven".

„Die Anforderung an Schulen und Schulsysteme in der digitalen Gesellschaft haben sich verändert. Der Bildungsauftrag hat sich verändert“, erklärte die Professorin, „Es geht nicht nur darum, die neuen Technologien zu nutzen, sondern um das Lernen mit den neuen Medien.“ Es fände ein regelrechter Leitmedienwechsel statt: „Vom Buch zum Digitalen. Nur das System Schule ist analog und wir haben viel aufzuholen. Es sind nur 15 Prozent der Schulen an Glasfaser angeschlossen.“ Des Weiteren warnte Eickelmann, dass 30 Prozent der Jugendlichen nicht an der Entwicklung der Digitalisierung teilhaben können: „Es findet eine digitale Spaltung statt. Diese Kinder können die Informationen nicht einordnen oder bewerten. Das ist gefährlich.“

Es sei wichtig, dass die Schulen den veränderten Bildungsauftrag aufgreifen. Kindern und Jugendlichen müssten Berufs- und Lebensperspektiven aufgezeigt werden. Daneben sei eine Bildungsgerechtigkeit wichtig, um digitale Spaltung zu vermeiden und auch die Leistungsspitze richtig zu fördern. Letzteres kam in Deutschland viel zu kurz. „Nicht die technischen Bedingungen sind entscheidend, sondern das jede Schule ein geeignetes Medienkonzept hat. Dazu gehören auch eine moderne Lernkultur und kompetentes Lehrpersonal“ betonte Prof. Eickelmann die Bedeutung der Pädagogik. Die Technik sie nur ein Mittel, das das Lernen unterstütze.

Im Anschluss an den Vortrag ließen die anwesenden Lehrer, Ausbilder und Bildungsvertreter das Jahr traditionell bei einem gemeinsamen Imbiss ausklingen. Im Mittelpunkt des geselligen Beisammenseins stand das Netzwerken.

Arbeitskreis SchuleWirtschaft besucht Paul Müller in Balve

Auf Verpackungen und Transportsysteme, Gefahrgutbehälter und Routenzüge ist das Familienunternehmen Paul Müller in Balve spezialisiert. Vor allem Industrieunternehmen und Automobilhersteller setzen auf die Lösungen, die für jeden Kunden individuell entwickelt werden. Mit der Verarbeitung von Stahl und Kunststoff ist der Betrieb sehr breit aufgestellt.  Ein Vorteil im Wettbewerb, der aber auch Probleme mit sich bringt, wie der Arbeitskreis SchuleWirtschaft des Märkischen Arbeitgeberverbandes bei seinem Besuch dort erfuhr. Denn das Unternehmen braucht gute, qualifizierte Fachkräfte mit handwerklichen Fähigkeiten, die nicht immer so leicht zu bekommen sind.

Da spielt nicht nur die Erreichbarkeit des Unternehmens im kleinen Balve eine Rolle. Insbesondere bei der Besetzung der Ausbildungsplätze ergeben sich weitere Schwierigkeiten. „Wir hätten gern einen Oberflächenbeschichter ausgebildet. Doch das zuständige Berufskolleg ist in Solingen. Das hat nicht geklappt“, berichtete Geschäftsführer Tobias Müller den Lehrkräften aus dem Kreis. Auch im Kunststoffbereich, in dem das Unternehmen vor allem eine Zukunft sehe, sei es problematisch. Zwar sei die Region in der Branche stark, aber:  „Es gibt hier extrem viele Spritzgussbetriebe. Wir arbeiten mit dem Tiefziehverfahren. Das ist etwas anderes.“ Eine Fachklasse an Berufskollegs in der Nähe gebe es nicht; ebenso schwer sei es, Fachkräfte oder auch Modellbauer für diesen speziellen Bereich zu bekommen, bedauerte Müller.

Dennoch sucht das Unternehmen immer wieder nach Lösungen für eine gute Ausbildung und kooperiert beispielsweise  mit Partnerbetrieben, um die Lehrinhalte komplett abdecken zu können. Für den Start bietet Paul Müller insgesamt zehn Ausbildungsberufe an – ab 2019 ist auch der Zerspanungsmechaniker dabei

Besichtigung der Mittelbandstraße bei der thyssenkrupp Hohenlimburg GmbH

Die Arbeitskreise SchuleWirtschaft erkundeten im März 2018 die thyssenkrupp-Hohenlimburg GmbH. Der Hersteller von Hohenlimburger Mittelband, einem Erzeugnis, das mit großem Know-how produziert wird, gilt als eigenständige GmbH im thyssenkrupp-Konzern. Hier werden sog. Brammen (große Stahlklötze) auf 1.300 Grad erhitzt und auf der Mittelbandstraße warmgewalzt. Nach der Abkühlphase wird das Mittelband aufgerollt zu sogenannten Coils. Dieses Material geht an die Kaltwalzindustrie zur Weiterverarbeitung überwiegend in Produkte für die Automobilindustrie.

„Ausbildung auf hohem Niveau“ war das Motto der Betriebserkundung. Denn ein strategischer Baustein im gesamten tk-Konzern ist die Ausbildung, die am Standort Hohenlimburg seit Jahrzehnten groß geschrieben wird. Hier werden gerade Schulabgänger sicher in die Zukunft geführt und das auf recht hohem Niveau.

Die gewerblich/technischen Auszubildenden gehen im 1. Ausbildungsjahr zunächst in die Ausbildungsgesellschaft Mittel/Lenne nach Letmathe, der Lehrwerkstatt des Märkischen Arbeitgeberverbandes. Dort lernen sie die Grundfertigkeiten der Metall- u. Elektro-Industrie kennen. Danach werden sie im Unternehmen direkt in die jeweiligen Abteilungen eingeteilt, je nach Ausbildungsberuf.

In diesem Jahr beginnen insgesamt 29 junge Menschen ihre Ausbildung als Elektroniker/-in, Fachkraft für Lagerlogistik, Industriekauffrau/-mann, Industriemechaniker/-in, Informatikkauffrau/-mann, Kauffrau/-mann für Büromanagement, Verfahrensmechaniker/-in, Werkstoffprüfer/-in und als Zerspanungsmechniker/-in. 

Auch das duale Studium wird sowohl im gewerblichen als auch im kaufmännischen Bereich angeboten. Es findet in der Regel jeden zweiten Samstag an der Fachhochschule Südwestfalen statt, wobei ein Tag in der Woche als Studientag zur Verfügung gestellt wird. 

Besuch beim Verbindungselemente-Spezialisten

Der Arbeitskreis Schule Wirtschaft MK erkundete die Möhling GmbH & Co. KG, ein mittelständisches, familiengeführtes Unternehmen aus Altena, das in diesem Jahr sein 175 jähriges Bestehen feiert. Auf 40.000 Quadratmetern Produktionsfläche fertigen 432 Mitarbeiter Verbindungselemente für Produkte der Automobil-, Bau- und Elektroindustrie. Die Produkte kommen auch in  Haushaltsgeräten, Sportartikeln und Profiwerkzeugen zum Einsatz. „Wir setzten Anforderungen der Kunden mit qualifizierten Mitarbeitern, kreativen Ingenieuren, eigenem Werkzeugbau und der entsprechenden Fertigungstechnik in die Praxis um“, erklärte Geschäftsführerin Britta Hölper den anwesenden Lehrern und Ausbildern. Dabei ging sie auch auf die Familienfreundlichkeit von Möhling ein: „Bei uns arbeiten viele schon in der 4. Generation im Unternehmen. Wir unterstützen unsere Angestellten durch individuelle Arbeitszeitkonzepte, um Familie und Beruf unter einen Hut zu bringen.“

Thomas Sparenberg, Instandhaltungskoordinator, techn. Ausbildungsleitung, stellte den Gästen die Ausbildungsmöglichkeiten des Altenaer Traditionsunternehmens vor: „Bei uns übernehmen die Auszubildenden von Anfang an Verantwortung.“ Während ihrer gesamten Ausbildung verrichten die jungen Leute praxisnahe Tätigkeiten und werden schnell in die Arbeitsprozesse integriert. Neben dem berufsbegleitenden Schulbesuch und der praktischen Ausbildung im Betrieb bietet das Unternehmen diverse Zusatzangebote wie z.B. Prüfungsvorbereitung an. Aktuell bildet Möhling 23 Auszubildende in folgenden Berufen aus: Industriekaufmann/-kauffrau, Industriemechaniker/in Betriebstechnik, Industriemechaniker/in Produktionstechnik,  Mechatroniker/in, Werkzeug-mechaniker/in und  Fachinformatiker/in für Systemintegration. Ausgebildet wird immer für den eigenen Bedarf.

Trotz der gut aufgestellten Ausbildung, wird es immer schwerer geeignete Bewerber zu finden. „Oft scheitert es schon an einfachsten sozialen Kompetenzen“, sagt Britta Hölper, „Neue Azubis schicken wir deshalb erstmal zum Knigge-Seminar.“ Hier lernen die jungen Menschen Tugenden wie Pünktlichkeit. Daneben lässt sich das Unternehmen eine ganze Menge einfallen, um Schülerinnen und Schüler die Ausbildung bei Möhling schmackhaft zu machen. Neben einer jährlichen Azubifahrt und Werksunterricht bietet Möhling ab diesem Jahr ganz neu die Ausbildung zum Werkstoffprüfer und Technischen Produktdesigner an. „Wir hoffen damit auch junge Frauen für eine gewerbliche Ausbildung zu begeistern“, erklärt Britta Hölper die Beweggründe. Diese Ausbildungsberufe sind bei Mädchen besonders beliebt. MAV-Geschäftsführerin Dr. Bettina Schwegmann stimmte zu: „Uns als Verband ist es besonders wichtig, junge Frauen für technische Berufe zu gewinnen. Oft trauen sie sich zu wenig oder haben falsche Vorstellungen.“