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Reformen? „Hauptsache bald!“

Der Märkische Arbeitgeberverband hat seine Mitglieder aus der heimischen Metall- und Elektro-Industrie in der aktuellen Konjunkturumfrage nach einer Beurteilung der Geschäftslage gefragt. Der Vorstand des Verbandes nimmt das Ergebnis zum Anlass, sich für bessere Standortbedingungen und mehr private Investitionen stark zu machen.

49 Prozent der mittelständischen Betriebe diagnostizieren in der Konjunkturumfrage eine schlechte Geschäftslage, das sind aber 9 Prozentpunkte weniger als im Vorjahr. Eine zukünftige Verschlechterung der Lage erwarten nur noch 19 Prozent für die kommenden Monate (Vorjahr: 48 Prozent). Auch im Hinblick auf die Auftragslage nimmt die Skepsis für die kommenden Monate etwas ab. Eine Verschlechterung erwarten im Inland noch 20 Prozent, während es im Vorjahr zum gleichen Zeitpunkt 45 Prozent waren. Gleichwohl ist die aktuelle Auftragslage am Jahresende angespannt.  

 „Vielleicht haben wir den Boden inzwischen erreicht“, so Horst-Werner Maier-Hunke, Vorsitzender des MAV. „Dass es noch schlimmer kommt, erwarten offensichtlich weniger Betriebe.“  Das sei auch gut so. Pessimismus sei kein guter Ratgeber, so Maier-Hunke. Es brauche im neuen Jahr dringend mehr Optimismus. Den werde es aber nur geben, wenn es hierzulande Strukturreformen gebe. 

23 Prozent der Umfrageteilnehmer denken offenbar antizyklisch: Sie wollen im Inland verstärkt investieren. Diese Prozentzahl sei im Vergleich zum Vorjahr bereits leicht gestiegen, aber es gelte, sie noch weiter zu steigern. „Genau diese privaten Investitionen brauchen wir jetzt in Deutschland, damit 2026 Wachstum entsteht“, sagt Fabian Schmidt, stellvertretender Vorsitzender des MAV. Dazu müsse die Politik die Standortbedingungen verbessern. „Wenn es uns gelingt, Bürokratie, Energie- und Arbeitskosten hierzulande zu reduzieren, wird dies die Investitionsbereitschaft der Unternehmer weiter stärken.“ 

Starkes Engagement für die Ausbildung

66 Prozent der Betriebe wollen, so die MAV-Konjunkturumfrage, mit einer unveränderten Belegschaft durch die kommenden Monate kommen, 17 Prozent planen sogar Neueinstellungen. Auch diese Werte haben sich im Vergleich zum Vorjahr verbessert. „Viele Arbeitgeber wissen, was sie an ihren erfahrenen, eingearbeiteten Fach- und Arbeitskräften haben“, so Dr. Lars Ischebeck, ebenfalls stellvertretender Vorsitzender des MAV. 

Bei den Ausbildungsplätzen ergibt sich ein noch deutlicheres Bild. 81 Prozent der Umfrageteilnehmer planen mit der bisherigen Anzahl, 10 Prozent wollen sogar noch Ausbildungsplätze aufstocken. Dr. Ischebeck: „Das zeigt die große Verantwortung der Arbeitgeber auch in schwierigen Zeiten sowie ihren Weitblick hinsichtlich des Fachkräftemangels.“

Gemeinsam bilanzieren die Vorstandsmitglieder: „Die Märkische Region hat weiterhin großes wirtschaftliches Potenzial. Es ist an der Politik, Rahmenbedingungen zu schaffen, in denen wir dieses Potenzial entfalten können.“ In welcher Jahreszeit die Reformen kommen, spiele keine Rolle. „Hauptsache bald“, so die MAV-Vorsitzenden. 

Teilnehmer der Konjunkturumfrage

Die Umfrage des MAV wurde ab Ende November 2025 durchgeführt. Erneut haben fast 100 Betriebe mit mehr als 15.000 Beschäftigten teilgenommen. 635 Ausbildungsplätze hängen von diesen Unternehmen ab. Die größten Gruppen unter den Teilnehmern sind in der Herstellung von Metallerzeugnissen sowie in der Metallerzeugung und -bearbeitung tätig. Die Exportquote liegt im Schnitt bei 31 Prozent. Das Verbandsgebiet des MAV umfasst den nördlichen Märkischen Kreis, Hagen und den Ennepe-Ruhr-Kreis.

 

Nach der Pressekonferenz zur Konjunkturumfrage (v. l.): MAV-Geschäftsführer Özgür Gökce, Horst-Werner Maier-Hunke, Vorsitzender des MAV, und Fabian Schmidt, stv. Vorsitzender.