Zum Hauptinhalt springen

Ausbilder entwickelten gute Konzepte in der Krise

- Verband

Netzwerke leben vom persönlichen Kontakt und da der in diesem Jahr gar nicht möglich war, lud der Märkische Arbeitgeberverband den Themenkreis Ausbildung zu einem virtuellen Erfahrungsaustausch ein. Die Firmen haben unterschiedlich auf die Corona-Krise reagiert und verschiedene Konzepte in der Ausbildung umgesetzt. Die Ausbilder tauschten Ihre Erfahrungen während des Lockdowns aus.

Shutdown am Berufskolleg

Die Corona-Problematik am Berufskolleg in Ennepetal erläuterte Meikel Gerhartz aus Lehrersicht: „Wir haben unsere Unterlagen für Schüler während des Lockdowns per E-Mail versendet. Nach den Ferien fanden sogar direkt Prüfungen statt, und wir waren voll beschäftigt. Daneben lief der digitale Unterricht. Die Leidtragenden sind die Auszubildenden, sie mussten ihre Prüfungen später ablegen, und es ist generell schwer für die jungen Leute, Praktikums- und Ausbildungsplätze zu finden, denn es fehlen Unterrichtseinheiten, und der Kontakt zu den Unternehmen fiel weg.“ Ein Distanzunterricht sei kein Ersatz für Präsenzunterricht.

„Jeder der einen Schnupfen hat, muss zu Hause bleiben, und die jungen Leute müssen die ganze Zeit die Maske tragen und Abstände einhalten. Wir kontrollieren das sehr stark. Es wird kalt durchs Lüften, und viele erkälten sich dabei“, beklagte Gerhartz, „Wir haben auch Azubis in Quarantäne ist und wir müssen sie auch weiter unterrichten. Wir sind für jede einzelne annährend normale Woche dankbar. Aber selbstständiges Arbeiten und Gruppenarbeiten fallen ganz weg. Berufliche Sozialisation ist wichtig, und wir tun alles dafür, dass die jungen Leute da ihre Rolle finden.“

Lösungen für Auszubildende in der Krise entwickeln

Viele Unternehmen schickten, wenn möglich ihre Azubis ins Homeoffice oder nutzten rotierende Modelle zur Anwesenheit, um Kontakte zu vermeiden oder zu reduzieren. In Schulungsräumen wurden die Inhalte des ausgefallenden Berufsschul- und Lehrwerkstattunterrichtes aufgearbeitet. Bei der Firma C.D.Wälzholz aus Hagen, engagierten sich die Azubis sogar sozial, indem sie Kantinen-Essen an über 70 „Wälzholz“-Rentner auszulieferten, damit diese gut versorgt waren. Als weiteres Projekt unterstützten die Auszubildenden die Hagener Tafel. Der InfoTruck konnte unter anderem auch bei Wälzholz in Hagen und bei Demag in Wetter Station machen.

InfoTruck tourte mit Hygienekonzept durchs Verbandsgebiet

Bildungsreferentin Annette Tilsner lobte die InfoTruck-Tour, die dank eines Hygienekonzeptes nach den Sommerferien stattfinden konnte.  Die Tour war aus Sicht der Unternehmen und Schulen ein voller Erfolg. Knapp 500 Schüler/innen konnten sich über die Berufe der Metall- und Elektro-Industrie informieren. Ein wichtiges Angebot zur Berufsorientierung, da wegen Corona weder Messen, Praktika noch Berufsfelderkundungen stattfanden. Dr. Andreas Weber, Leiter der Öffentlichkeitsarbeit & Bildung beim MAV, warb auch deshalb nochmal für die virtuelle Ausbildungsmesse, die für den 12. November 2020 geplant ist und bei der auch der MAV Mitveranstalter ist.