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Knigge-Experte sprach über gutes Benehmen und Digitalisierung

- Verband

Business-Knigge-Trainer Danny Morgenstern ging bei der Jahresabschlussveranstaltung SchuleWirtschaft der Frage nach, ob die Digitalisierung gutes Benehmen bei jungen Leuten gefährdet.

Der 34-jährige Tanzlehrer, Trainer und Business-Knigge-Coach und Buch-Co-Autor bot den knapp 70 Gästen einen unterhaltsamen Vortrag.

„Ich bin im ersten Leben Tanzlehrer und habe viel mit Menschen zu tun. Auf der Schauspielschule in Hannover entschied ich mich für die Ausbildung zum Tanzlehrer. Das hat auch viel mit Benehmen zu tun. Der Fachbereich des guten Benehmens ist sehr groß. So machte ich eine private Ausbildung als Business-Knigge-Trainer neben meiner Tanzlehrertätigkeit. Diese übe ich halbtags aus, denn mir ist der Kontakt zu Menschen sehr wichtig. Außerdem arbeite ich als James Bond Sachbuchautor“, so Danny Morgenstern über seinen Werdegang.

Der Experte für gutes Benehmen sieht eine Gefahr: „Durch Digitalisierung kapseln wir uns immer weiter ab. Wir müssen uns schulen, gute Kontakte mit anderen Menschen zu haben. Wir lernen die Regeln des guten Benehmens, besser gesagt, es sind Umgangsformenvorschläge, vom menschlichen Miteinander.“ Doch dieses Miteinander nehme immer mehr ab, insbesondere, wenn Menschen Handys nutzen: „In der digitalen Welt fehlt uns die Mimik einer Person. Das sind wir aus der Evolution gewohnt, das fehlt beim Handy. Das schafft das Gehirn nicht.“

Danny Morgenstern sieht hier die große Gefahr und ist gegen Multitasking: „Versuchen Sie, wenn Sie eine Sache machen, sich nur darauf zu konzentrieren. Das Handy unterbricht das, wir denken instinktiv, es rettet unser Leben. Evolutionär bedingt brauchten wir jede Info, um zu überleben, deshalb reagieren wir sofort auf Handys.“ Der Knigge-Trainer hat selber aus Überzeugung kein Handy.

Die Digitalisierung hätte des Weiteren soziale Isolierung zur Folge, die sei über längere Zeit schlechter für die Gesundheit als 15 Zigaretten pro Tag. „Wir müssen ruhiger und stressfreier werden, nur dann können wir mit anderen Menschen umgehen. Sind wir gestresst, versagt sogar unsere Koordination. Sprechen wir mit anderen in diesem Stressfaktor, explodieren wir“, mahnte Danny Morgenstern, „Bei der Kurzkommunikation trainieren wir per Handy unser Gehirn. Deshalb können wir und besonders junge Leute keine Gespräche mehr führen. Es gibt sogar eine 12-prozentige Abnahme der Beziehungsfähigkeit durch diese Kurzkommunikation.“

Im Anschluss netzwerkten Lehrer und Ausbilder traditionell noch bei einem Imbiss. Natürlich ohne Handy. Die Jahresabschlussveranstaltung SchuleWirtschaft des MAV war wieder einmal ein voller Erfolg.

Knigge-Experte sprach über gutes Benehmen und Digitalisierung