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MAV-Webinar informierte über Liquiditätssicherung in der Corona-Krise

- Verband

Corona und der Lock Down haben schwere finanzielle Folgen für die heimische Industrie, deshalb stand das Thema der Liquiditätssicherung im Mittelpunkt eines MAV-Webinars.

Heike Bühren-Woronka, Leiterin Firmenkundenfinanzberatung bei der Märkischen Bank, Firmenkundenberater Ulrich Risse von der Märkischen Bank und Axel Sippel, Leiter Firmenkundengeschäft bei der Sparkasse Iserlohn, präsentierten den teilnehmenden Unternehmern attraktive Möglichkeiten, auch in der Krise ihre Liquidität zu sichern.

Axel Sippel von der Sparkasse Iserlohn berichtete, dass in seinem Hause 180 Kreditanfragen vorlägen sowie zahlreiche Tilgungsaussetzungen. 45 Kredite mit einem Umfang von acht Millionen Euro wurden bereits ausgezahlt. „Wir glauben, im zweiten Halbjahr erreicht uns eine zweite Welle. Denn wenn die Produktionen anlaufen, steigt der Liquiditätsbedarf.“ Die Märkische Bank hat über 30 Mio. Euro an KfW-Mitteln im Zusammenhang mit den Corona-Hilfen für ihre Kunden beantragt.

Es sei wichtig, dass die Unternehmen ihren durch Corona verursachten Liquiditätsbedarf im ersten Schritt ermitteln. „Danach stimmen wir gemeinsam mit unseren Kunden  Kredithöhen, Laufzeit  und Zinssätze ab“, so Sippel. Das Verfahren läuft bei der Märkischen Bank ähnlich ab. Die Ermittlung des Finanzbedarfs bildet die Grundlage. „Wir haben extra für unsere Kunden eine Checkliste dazu erstellt“, sagte Heike Bühren-Woronka.

Sonderprogramm und Schnellkredit der KfW-Bank bieten gute Lösungen in der Corona-Krise, um Unternehmen wieder liquide zu machen. „Jedes Unternehmen ab zehn Mitarbeiter der gewerblichen Wirtschaft kann den KfW-Schnellkredit 2020 in Anspruch nehmen“, erläuterte Sippel den schnell verfügbaren und zu 100 Prozent durch eine Garantie des Bundes abgesicherten ist Kredit. Der Förderkredit für Anschaffungen und laufende Kosten ist für Unternehmen mit mehr als zehn Mitarbeitern verfügbar, die mindestens seit Januar 2019 am Markt sind. Der maximale Kreditbetrag darf bis zu 25 Prozent des Jahresumsatzes 2019 pro Unternehmensgruppe betragen. Für die Rückzahlung bleiben bis zu zehn Jahre Zeit, und zwei Jahre können tilgungsfrei sein. 

Für etablierte Unternehmen, die mindestens fünf Jahre am Markt sind, bietet die KfW-Corona-Hilfe mit ihrem Sonderprogramm gute Möglichkeiten. Das Sonderprogramm ist für Anschaffungen und laufende Kosten geeignet. Die Zinssätze sind reduziert, und bis zu 90 Prozent des Bankenrisikos übernimmt die KfW. Es sind kleinere sowie auch Kreditbeträge bis zu 100 Mio. Euro möglich. Die Laufzeit beträgt ebenfalls bis zu zehn Jahre mit bis zu zwei Jahren Tilgungsaussetzung.

Des Weiteren gingen die Finanzexperten auf Bürgschaften und Zuschüsse ein. Das Webinar löste im Anschluss an die Vorträge auch mehrere Nachfragen aus und bot gute Orientierungsmöglichkeiten für die Unternehmen.