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Perspektiven für die Azubi-Mobilität im ländlichen Raum

- Verband Presse

Im Rahmen eines Pilotprojektes hat der Märkische Arbeitgeberverband (MAV) 2020 den Aufbau eines Netzwerks zur Verbesserung der Azubi-Mobilität im ländlichen Raum angestoßen. Gemeinsam mit den Stadtwerken Menden und der Märkischen Verkehrsgesellschaft (MVG) konnten in der Pilotregion Balve / Neuenrade Bedarfe ermittelt und Probeangebote für eine vernetzte Mobilität, bestehend aus ÖPNV und E-Mobilität, gemacht werden. Ende des Jahres sollten erste Schlüsse aus dem Projekt gezogen werden. Dies ist nun geschehen.

Vier Betriebe nahmen an dem Pilotprojekt teil und orderten für Auszubildende E-Zweiräder bzw. ÖPNV-Azubi-Tickets. Die E-Scooter sollten u.a. helfen, Mobilitätslücken außerhalb des regulären Bus- und Bahn-Netzes zu schließen. Die Bedarfsermittlung des MAV in Balve und Neuenrade ergab außerdem, dass Interesse an einer Bus- oder Bahnverbindung zu den Berufsschulen in Iserlohn und Menden besteht. Im Rahmen des Pilotprojektes wurde an ausgewählten Wochentagen probeweise eine Shuttle-Verbindung nach Menden und Iserlohn eingerichtet. Das Projekt zeigte: Die Strecke ist grundsätzlich relevant, sie braucht allerdings einen durchgehenden, regelmäßigen Hin- und Rückverkehr.

Das Pilotprojekt führt nun zu folgenden ersten Ergebnissen:

  • Die MVG wird im Rahmen einer Marktforschung Grundlagen für eine regelmäßige ÖPNV-Verbindung zwischen Balve/Neuenrade und Iserlohn erheben. Auch die Anbindung an Menden wird dabei aus der Perspektive von Azubis untersucht. Da eine solche Analyse frei von Corona-Effekten sein muss, wird sie frühestens im Sommer stattfinden können. MAV-Mitgliedsunternehmen werden unter Vermittlung durch den Verband ihre Sichtweisen und Bedarfe einbringen können.
  • Die MVG stellt zum Fahrplanwechsel am 1. Februar den Fahrplan der ALF-Linie 25 so um, dass auch von einigen abseits gelegenen Orten eine ÖPNV-Verbindung entsteht, die eine rechtzeitige Ankunft zum Berufsschulbeginn in Iserlohn sicherstellt. „ALF“ steht für Anruf-Linien-Fahrt, d.h., damit die Fahrt durchgeführt wird, ist eine telefonische Anmeldung bis spätestens 20 Uhr am Vortag notwendig.
  • Für das nächste Ausbildungsjahr streben MVG und Stadtwerke Menden ein integriertes Mobilitätsangebot an, bestehend aus ÖPNV-Ticket plus E-Fahrzeug-Buchung. Beides soll zu marktfähigen Preisen gemeinsam vertrieben werden.
  • Die Stadtwerke Menden prüfen die Einrichtung einer E-Scooter-Station am Bahnhof Menden, um Auszubildenden, die dort eintreffen, den Weg zur Berufsschule zu erleichtern.
  • Langfristig arbeiten die MVG und die Stadtwerke daran, eine digitale Plattform für die Buchung vernetzter Mobilitätsangebote im Rahmen eines Förderprojektes aufzubauen. Der MAV wird auch dabei die Perspektive der heimischen Industrie einbringen.

„Das Pilotprojekt hat die notwendigen Akteure für eine Verbesserung der Mobilität zusammengebracht und wertvolle Erkenntnisse geliefert“, fasst Özgür Gökce, Geschäftsführer des MAV zusammen. „Ich freue mich sehr, dass es nun auch konkrete Perspektiven bietet, und danke den Partnern im Namen unserer Mitglieder dafür.“ Die MVG gibt den Dank zurück. „Stadtwerke Menden, MAV und MVG sind hier erste gemeinsame Schritte in Richtung einer bedarfsorientierten, verkehrsmittelübergreifenden und durchgängigen öffentlichen Mobilität gegangen“, so Stefan Janning, Bereichsleiter Angebot bei der MVG. „Darauf wollen wir in diesem Jahr weiter aufbauen. Unser Dank gilt dem MAV für die Schaffung des Netzwerks zwischen Wirtschaft und Mobilitätsanbietern.“ „Bei diesem Netzwerk sind wir gerne dabei“, ergänzt Bernd Reichelt, Geschäftsführer der Stadtwerke Menden. „Die Verknüpfung von E-Mobilität und ÖPNV in diesem Projekt zeigt Wege für eine zukunftsorientierte Mobilität auf.“

E-Scooter gehörten zum Angebot des Pilotprojektes.