Zatzkes Ziel war es, ungeplante Stillstände durch Ausfälle und Defekte zu minimieren. Wie lässt sich vorbeugende Instandhaltung und Maschinenwartung verbessern, um diesem Ziel näher zu kommen? Das war die entscheidende Frage seiner Bachelorarbeit. Die zugrunde liegende Untersuchung hatte er über Monate hinweg bei Röttgers Ketten angestellt.
Ausfallrate reduzieren
Einige Optimierungsansätze lagen auf der Hand. Bisher gab es Standardwartungen aller Maschinen, ergänzt um die zusätzliche Intensivreinigung einzelner Maschinen. Die Dokumentation erfolgte analog auf Papier. Die Ausfallrate der Maschinen lag – durch Zatzke berechnet – relativ hoch. Ein Ansatz für Verbesserungspotenzial.
Yannis Zatzke entwickelte diverse Ideen zur Optimierung. Zum einen regte er systematisch angepasste Wartungsinhalte und eine intensivere und verlängerte Wartungszeit von 60 Minuten an. Weiterhin plädierte er für eine verbesserte Bereitstellung von Instandhaltungshilfsmitteln und Schmiermitteln in der Produktion, um Laufwege und Wartezeiten zu minimieren, um im Gegenzug die Produktionszeit zu erhöhen. Drittens schlug er die detaillierte Inspektion der gesamten Maschinenlinie vor, um vorbeugend agieren zu können.
Dokumentiert und verwaltet werden die Instandhaltungsarbeiten und Inspektionen nach Zatzkes Konzept zukünftig im digitalen ERP-System. Der Wartungsmonitor zeigt Überfälligkeiten an, Priorisierungen sind möglich. Die papiergebundene Dokumentation entfällt, und die Transparenz verbessert den gesamten Prozess der Instandhaltung nachhaltig.
Höhere Produktivität durch intensivere Wartung
Abschließend stellte Yannis Zatzke in seinem Projekt eine Wirtschaftlichkeitsbetrachtung an. Aus den Produktionsdaten errechnete er Herstellungskosten pro Minute. Auf dieser Basis kalkulierte er: Bis zu 10 Prozent Einsparungen durch eine höhere Produktivität sind als Folge intensiverer Wartung durch die Senkung von ausfallbedingten Stillständen möglich.
Betriebsleiter Jarek Kazmierski und Instandhaltungsleiter Dennis Brenscheidt hörten die Erkenntnisse des Studenten mit Interesse und werden die Ergebnisse nun mit Blick auf weitere Umsetzungsmöglichkeiten im Betrieb prüfen. Prof. Dr. Mende betreute die Arbeit und vergab zum Abschluss die Note „sehr gut“. Wieder einmal war dem Hochschullehrer über das Netzwerk des Märkischen Arbeitgeberverbandes der Wissenstransfer in die Unternehmenspraxis gelungen. Der Experte für Produktionsprozesse unterstützt den MAV und seine Mitglieder, darunter Röttgers Ketten, im Themenbereich Arbeitswirtschaft und Produktionsoptimierung.

