Maximilian Köser beobachtet, dass immer mehr Kleinstbetriebe zumachen. „Der Werkzeugmacher hier im Gewerbegebiet zum Beispiel – nicht mehr da.“ Da sei schon so etwas wie eine Deindustrialisierung von unten im Gange. Die Frage, die sich viele stellten: „Warum soll ich mir das eigentlich antun?“
Freunde von ihm arbeiten in sehr gut bezahlten, vermeintlich sicheren Jobs in der Industrie oder Verwaltung. Geschäftsführer dagegen müssen den Kopf hinhalten für den wirtschaftlichen Erfolg, den bürokratischen Aufwand, das Haftungsrisiko oder Arbeitssicherheit. „Kleinere Betriebe wie wir müssen häufig die gleichen Auflagen erfüllen wie Betriebe, die dreimal so groß sind“, so Köser. Gleichwohl weiß er dann doch, warum er das alles auf sich nimmt. „Weil es Spaß macht.“
Proaktiv investieren
Köser und Winkelsträter verbreiten Optimismus, auch wenn in der Welt ansonsten Unsicherheit herrscht. „Chaos“ nennt Köser die Lage auf internationaler Ebene. Gerade läuft – neben der Ukraine – ein Krieg im Iran, der Ölpreis steigt. Köser und Winkelsträter denken in einer Produktionshalle über energetische Einsparungen nach – aus Kostengründen.
Winkelsträter erklärt: „Was wir an einer Stelle einsparen, können wir woanders investieren.“ Und genau das haben sie vor. Proaktiv. „Nicht zu investieren, ist keine Lösung“, da sind sich die Geschäftsführer einig. Nur so lassen sich neue Aufträge generieren. Wie ein Schnellboot kann sich der Mittelständler dabei jederzeit neu orientieren. „Prinzipiell gibt es genug Märkte, in die wir ausweichen können“, sagt Köser. m+a produziert Luftleitungen und Systembaugruppen, Wickelfalzrohre und Formstücke in rund, oval oder rechteckig aus feuerverzinkten Feinblechen für unterschiedliche Anwender.
Krise als Chance
„Zurzeit bekommen wir Anfragen, die es früher nicht gab“, freuen sich die beiden Geschäftsführer. In der Wirtschaftskrise hinterfragen viele Kunden die Kosten. Einige beschäftigen sich jetzt auch mit so genannten C-Teilen, denen früher wenig Aufmerksamkeit geschenkt wurde. Da kommt dann m+a mit attraktiven Preisen ins Spiel, dank der günstigen Kombination aus Fertigung und Ingenieurbüro.
Nicht immer zeigen große Kunden freilich die gleiche Flexibilität wie der Mittelständler. Manchmal werden Lösungen abgelehnt, weil die notwendigen Entscheidungsprozesse in Großbetrieben einfach zu kompliziert sind. „Wir könnten oft helfen – wenn man uns ließe“, gibt sich Winkelsträter überzeugt.
Grundsätzlich wollen sie nicht schwarz malen bei m+a. „Mehrere große Projekte stehen kurz vor der Aktivierung“, verrät Winkelsträter. „Wir hoffen, da jetzt bald den gordischen Knoten zu durchschlagen.“
Bereits vor fünf Jahren habe man eine neue Software für die Steuerung der Neukundengewinnung angeschafft. Den Impuls gab damals ein Workshop beim MAV. „Wir haben genau zum richtigen Zeitpunkt in die Digitalisierung investiert“, freut sich Winkelsträter rückblickend. Und man hinterfrage bis heute ständig seine Prozesse. „Das“, so der Geschäftsführer, „endet nie“.
„Eine gute Truppe“
Unterstützung bekommen er und Maximilian Köser dabei von den rund 50 Mitarbeitern, welche häufig genug am Ort in Breckerfeld rekrutiert wurden. „Viele haben hier bereits ihre Lehre gemacht“, weiß Winkelsträter und nennt die Kollegen „eine gute Truppe“. „Es gibt“, sagt er, „auch weiterhin Menschen, die beruflich in der Heimat bleiben wollen.“ Ein Unternehmen wie m+a bietet ihnen flache Hierarchien und die Möglichkeit, Dinge zu entscheiden.
Was das Unternehmen nicht selbst bereitstellen kann, sind die Rahmenbedingungen. Kontinuität und Planbarkeit würden sich die beiden Geschäftsführer von der Politik aus Berlin wünschen. Damit man sich in Breckerfeld ungestört auf neue Aufträge konzentrieren kann.
